Aras — die Könige der Papageienwelt
Aras sind die grössten und farbenprächtigsten Papageien der Welt. In der Schweiz sind drei Arten besonders begehrt: der Gelbbrustara (Blau-Gelb), der Hellrote Ara und der majestätische Hyazinth-Ara. Alle drei haben gemeinsam, dass sie viel Platz, viel Beschäftigung und erfahrene Halter brauchen.
Gelbbrustara (Ara ararauna)
Der Gelbbrustara ist der beliebteste Ara in der Schweiz. Sein kobaltblaues Gefieder mit leuchtend gelber Brust ist unverwechselbar. Er ist der sozialste und umgänglichste der grossen Aras — ideal für Familien mit Vorerfahrung. Preis: CHF 2'500 – 3'800.
Hellroter Ara (Ara macao)
Spektakulär in Rot, Gelb und Blau. Der Hellrote Ara ist lebhafter und temperamentvoller als der Gelbbrustara. Er braucht viel mentale Stimulation und verlangt täglich mehrere Stunden Interaktion. Preis: CHF 2'800 – 4'500.
Hyazinth-Ara (Anodorhynchus hyacinthinus)
Der grösste Papagei der Welt und gleichzeitig der sanftmütigste der Aras. Tiefblau, bis zu 100 cm, CITES Anhang I. Die Verfügbarkeit ist extrem limitiert. Preis: CHF 12'000 – 20'000. Nur für sehr erfahrene Halter mit grossen Räumlichkeiten.
Platzbedarf und Haltung von Aras in der Schweiz
Grosse Aras brauchen sehr grosse Volieren — mindestens 120 × 90 × 150 cm, besser noch begehbare Aussenvolieren. Das Schweizer Tierschutzgesetz schreibt Mindestanforderungen vor, die für grosse Aras jedoch oft zu knapp bemessen sind. Planen Sie grosszügig. Täglicher Freiflug ist Pflicht.
Häufige Fragen
Sind Aras gut für Anfänger?+
Nein. Aras sind anspruchsvolle Tiere, die intensive Beziehungen eingehen und bei schlechter Haltung destruktiv werden können. Wir empfehlen Aras ausschliesslich Haltern mit Vorerfahrung.
Kann man Aras in einer Wohnung halten?+
Grosse Aras wie Gelbbrustara oder Hellroter Ara sind für Stadtwohnungen nicht geeignet. Kleinere Aras (Hahn-Ara, Gelbbrust-Ara) könnten in sehr grossen Wohnungen mit Freiflug funktionieren — aber es sind seltene Ausnahmen.
Wie laut sind Aras?+
Sehr laut. Ein Ara kann bis zu 90 Dezibel erreichen. Denken Sie an Ihre Nachbarn — besonders in Mehrfamilienhäusern ist die Haltung schwierig.
Welche CITES-Dokumente brauche ich für einen Ara in der Schweiz?+
Gelbbrustara und Hellroter Ara sind CITES Anhang II — Sie erhalten CITES-Bescheinigung, Fussring, DNA-Geschlechtsbestimmung und Gesundheitszeugnis. Der Hyazinth-Ara ist CITES Anhang I mit strengeren Anforderungen: vollständige Herkunftsdokumentation der Elterntiere, Mikrochip und behördliche Genehmigung bei Importen.
Was kostet die Haltung eines Gelbbrustaras im Jahr?+
Rechnen Sie mit CHF 1'500–3'000 jährlich: Futter (CHF 600–1'000), Tierarzt (CHF 300–700), Spielzeug und Nagehölzer (CHF 200–500) sowie anteilige Volière-Abschreibung. Notfall-Tierarztkosten können zusätzlich CHF 1'000–5'000 betragen.
Wie gross muss die Volière für einen Gelbbrustara sein?+
Das Schweizer Tierschutzgesetz schreibt mindestens 150 × 100 × 200 cm vor. Für echte Lebensqualität empfehlen wir eine begehbare Innen- oder Aussenvolière — grosse Aras brauchen Flugstrecken und täglich mehrere Stunden unkontrollierten Freiflug.
Haben Aras eine DNA-Geschlechtsbestimmung nötig?+
Aras zeigen keinen sichtbaren Geschlechtsdimorphismus — man kann männliche und weibliche Tiere äusserlich nicht unterscheiden. Eine DNA-Geschlechtsbestimmung aus einer Blutprobe oder Federprobe ist deshalb zwingend für alle, die wissen möchten, ob ihr Tier Männchen oder Weibchen ist.
Wann sind Aras besonders laut und wie kann ich das reduzieren?+
Aras schreien vor allem morgens und abends — das ist natürliches Herdenverhalten. Struktur hilft: feste Freiflugroutinen, Beschäftigung vor den Schreiphasen, niemals auf Schreien reagieren. Aras, die mit einem Artgenossen gehalten werden, schreien deutlich weniger als Einzeltiere.
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